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Betrugsflut auf Amazon: Wie Fake-Shops Marketplace-Händler um Geld und Ansehen bringen

Seit Wochen nutzen Betrüger den Marktplatz von Amazon, um Kunden mit angeblichen Schäppchen-Preisen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Leidtrage sind neben der betrogenen Kundschaft vor allem die ehrlichen Händler.

Vor der Bestellung, schreiben Sie mir nur hier: Wenn die Produktbeschreibung so anfängt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Fake-Shop.
Vor der Bestellung, schreiben Sie mir nur hier: Wenn die Produktbeschreibung so anfängt, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen Fake-Shop.

Bei so manchem Amazon Marketplace-Händler gab es in den letzten Wochen beim morgendlichen Einloggen in den Seller Account ein böses Erwachen: Quasi über Nacht wurden ihre Amazon-Shops von Betrügern übernommen.

Bei uns wurden 76.000 Produkte hochgeladen und für 40 Prozent des eh schon günstigen Amazonpreises angeboten“, berichtet ein Händler in einem Kommentar auf Onlinehändler-News. „Wir haben innerhalb von 22 Stunden fast 1000 Bestellungen bekommen. Das Geld wurde aber nicht bei uns auf das Amazonkonto gebucht – nichts!

Der Bericht des Händlers deckt sich mit den Erfahrungen vieler Kollegen und zeigt die Masche der Betrüger auf: Sie verschaffen sich Zugang auf den Seller-Account ehrlicher Händler, stellen dort Unmengen von Produkten zu Dumping-Preisen ein und fordern die interessierten Kunden dazu auf, nicht über Amazon, sondern direkt per Mail mit ihnen Kontakt aufzunehmen; nur so könnten sie sich angeblich die sagenhaft günstigen Preiskonditionen sichern. Die gutgläubige Kundschaft zahlt dann per Vorkasse direkt auf das (meist ausländische) Konto der Betrüger – und sieht am Ende weder Geld noch Ware jemals wieder. Zurück bleiben betrogene Kunden und ein Amazon-Händler mit eingebrochenen Umsätzen und ruiniertem Ruf.

Preisverfall durch Fake-Shops

Auch Marketplace-Händler, deren Account nicht in auf diese Weise einen „Fake-Shop“  verwandelt wurde, haben zu leiden. Denn viele Betrüger, die nicht an ein Verkäufer-Passwort herankommen, setzen einfach selbst angebliche Marketplace-Shops auf, um den Kunden mit gefälschten Schnäppchen-Angeboten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Diese sind für Profis oft schnell zu erkennen, und das nicht nur am unmöglich niedrigen Preis der Angebote: Meist fehlen beispielsweise ein ordentliches Impressum und übliche Kontaktmöglichkeiten – oder der Widerruf wird, rechtswidrig natürlich, ausgeschlossen.

Für viele Kunden sieht so ein Shop hingegen auf den ersten Blick ganz normal aus – und der niedrige Preis ist ein gutes Lockmittel. Diese Mondpreise der Betrüger ziehen aber langfristig gesehen den Durchschnittspreis für alle Anbieter nach unten, wie eine Analyse von Spottster zeigt:

spottster_amazon_fakeshops_preisschwankungen1

Die Grafik zeigt deutlich, wie stark die Preisvarianz beispielsweise für eine aktuelle Samsung-Waschmaschine auf Amazon.de in den letzten Wochen zugenommen hat. Tage, an denen Angebote von Fake-Shops auf der Plattform zu sehen waren, zogen den Durchschnittspreis in den Keller.

Um konkurrenzfähig zu bleiben, senkten viele ehrliche Händler daraufhin zähneknirschend ebenfalls ihre Preise, so dass der Durchschnittspreis zwischenzeitlich dauerhaft deutlich absank. Vor allem hochpreisige Elektronik- und Weißwaren-Produkte nutzen die Betrüger für ihre Masche. Der ohnehin schon mörderische Preiskampf auf Amazon wird durch die Fake-Shops also noch weiter angeheizt.

Amazon wäscht sich in Unschuld

Kein Wunder also, dass Marketplace-Händler Amazon seit Wochen bestürmen, gegen die Fake-Shops vorzugehen. Sie melden Betrüger-Seiten, die sie selbst auf der Plattform entdecken, an den Amazon-Händler-Service oder suchen dort, falls ihr eigener Shop gehackt wurde, nach Hilfe. Die Reaktion von Seiten der weltgrößten Handelsplattform fällt wie gewohnt aus: mau.

Selbstverständlich habe eine sichere Einkaufsumgebung für Käufer und Verkäufer „oberste Priorität“, Prozesse zum Schutz der Kunden seien „etabliert“. Übersetzt heißt das: Amazon weist irgendwo in den Niederungen der Info-Seiten zum Kundenservice daraufhin, dass Käufer mit Marketplace-Händler stets und ausschließlich über die Plattform selbst konferieren und niemals Geld vorab an ein anderes Konto überweisen sollen; nur dann sei die Transaktion mit der Amazon-Garantie gesichert.

Mit diesem Disclaimer wäscht sich Amazon vor allem im Betrugsfall elegant in Unschuld; wirkungsvolle Schutzmaßnahmen sehen anders aus. Wenn der Online-Marktplatz von einzelnen Betrügern auf seinen Seiten erfährt (vornehmlich durch Hinweise von Kunden und anderen Händlern), dann „ergreifen wir umgehend entsprechende Maßnahmen, um Verkäufer und Kunden schützen“, so das Unternehmen weiter. Also erst hinterher. Wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist.

Betrüger erbeuten über Pishing-Mails die Marketplace-Accounts

Amazon Marketplace-Accounts können jedoch nur übernommen werden, wenn der Angreifer das Passwort kennt. Ausgenutzte Schwachstellen auf den Webseiten von Amazon, die eine andere Möglichkeit des Einbruchs in ein Konto bieten, sind bisher nicht bekannt.

Diese Passwörter werden, in der Regel, durch Phishing oder Keylogger-Programme ausgespäht. Da hilft seitens der Verkäufer nur Achtsamkeit und der gesunde Menschenverstand.

Schwache Passwörter sind ein weiteres Einfallstor. Kann der Angreifer persönliche Informationen des Verkäufers in Erfahrung bringen, wie bspw. Adress- und Kontaktdaten aus dem Impressum , oder über Suchmaschinen und soziale Netzwerke Angaben zu persönlichen Hobbys, der Familie etc. erhöht dies dessen Chancen beim Ausprobieren von Passwörtern.

Denn bekanntermaßen, nutzen wir alle gerne Daten aus unserem persönlichen Umfeld als Passwörter. Da helfen nur lange Passwortkombinationen (Buchstaben, Klein- und Großschreibung, Zahlen und Sonderzeichen).

Für Händler bedeutet die aktuelle Situation, statt auf Amazon zu hoffen, können sie nur drei Dinge tun:

  1. Ihr Passwort zum Seller Account mit allen Mitteln schützen
  2. Fake-Shops an Amazon und/oder die Polizei melden
  3. Im durch die Betrüger angeheizten Preiskampf die Ruhe bewahren

Gerne beraten wir auch Sie, zum Schutz vor Datendiebstahl. Sprechen Sie uns einfach an. Wir stehen für ein unverbindliches Erstgespräch gerne für Sie bereit.

Telefon: 089 23 23 92 94 0

Keine Angst vor Hacker-Angriffen

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Quellen

Ein Gedanke zu „Betrugsflut auf Amazon: Wie Fake-Shops Marketplace-Händler um Geld und Ansehen bringen“

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